Losgehen
Almwiese, im Dunst die ersten Dolomitenzacken. Die Beine frisch, der Kopf schon oben an der Wand – heute steht die Besteigung der Civetta an.
Der Türsteher
Ein Esel an der Hütte, völlig unbeeindruckt vom Vorhaben. Kurzer Halt, ein Blick auf die gezackten Grate im Hintergrund – und weiter.
Der Nachbar
Und da steht er: der Pelmo, der „Thron des Padreterno“ (Thron Gottes). Die Forststraße windet sich in feinen Kehren durch Lärchen und Wiese Richtung Wand – mit dem Pelmo die ganze Zeit im Nacken.
Kante
Ein grüner Grat, dahinter kippt das Gelände senkrecht weg. Ganz hinten schwimmen die Zacken im Vormittagsdunst.
Türme aus Kalk
Graue Dolomit-Türme, sauber gebankt – man sieht die Schichten förmlich durchlaufen. Genau das Gestein, für das man in dieses Eck fährt.
Kurz durchatmen
Gelbe Blütenwiese am Wandfuß, über dem Grat hängt eine Bannerwolke wie eine Zipfelmütze im Wind – vorne strahlt es, dahinter bleibt sie einfach hängen. Der letzte weiche Boden, bevor es an den Dolomit geht.
Rastplatz
Ein grasbewachsener Felskopf mitten im Panorama, bevor es senkrecht wird.
Am Wegrand
Polstermoos, Weidenröschen, Wasser sickert über den hellen Fels. Das ganze Große ringsum – und dann diese Handvoll Leben in einer Ritze.
Ernst wird’s
Die erste Wand, oben noch Altschnee in den Rinnen, der Gipfel weit oben im Nebel. Hier setzt die Ferrata degli Alleghesi an.
Türme-Labyrinth
Mitten in der Wand dann das: Nadeln und Pfeiler, so weit man schaut, und dahinter öffnet sich schon der Blick über die halben Dolomiten. Genau dafür macht man das.
Das Licht kippt
Für einen Moment reißt der Hochnebel etwas auf – ein Lichtblick, und mit ihm die Hoffnung auf freie Sicht vom Gipfel.
Blick hinab
Zurückgeschaut, die Alleghesi hinunter: Drahtseil, eine Trittleiter, tief darunter das Kar.
Aufgeschlagenes Buch
Oben im Kar stehen die geschichteten Wände wie ein aufgeschlagenes Geologiebuch – Bank für Bank, Millionen Jahre in Grau. Der Himmel reißt wieder auf. Rechts oben im Bild bin ich kurz von der Via Ferrata abgewichen und habe über geschätzt zweiergradschwere Kletterstellen versucht, die Punta Civetta (2.920 m) mitzunehmen – an der letzten, rund drei Meter hohen und ringsum ausgesetzten Stelle keinen Abklettergriff gefunden, der gepasst hätte, und dort umgedreht. Weiter ging's an der Via Ferrata.
Weitblick
Der Blick reicht weit über die Dolomiten: die Marmolada mit ihrer Südwand, die Langkofelgruppe und die Sella-Gruppe stehen Kette hinter Kette am Horizont.
Tiefblick
Über die Geröllrinne hinunter ins Tal, der Steig nur noch eine feine Linie im Grün.
Durch die Wolke
Ein Turm stößt durch die Wolkendecke – eine Fahnenwolke, die ständig neu entsteht und wieder abreißt, bleibt an der Wand hängen, während sie eigentlich vom Berg wegzieht.
Oben – 3.220 m
Monte Civetta, 3.220 m. Am Gipfelkreuz, mitten in Wolken und Fels, mit den Dolomiten in alle Richtungen. Der höchste Punkt der Tour.
Firn zum Schluss
Runter geht’s über die Ferrata Tissi – und weil hier oben noch Firn liegt, heißt es zum Abschluss nochmal konzentriert über den Schnee. Das Seil zeigt den Weg, der Rest ist Trittsicherheit.
Durch die Rinne
Zwischen zwei Türmen fällt der Blick durch die Schuttrinne direkt ins Tal – der Ort schon deutlich näher als am Gipfel.
Almrausch im Schutt
Tiefer geht's, der Fels wird grüner: erste Alpenrosen zwischen den Geröllfeldern, dahinter noch einmal der Pelmo im Wolkenspiel. Die hellen, durchgehenden Bänder im Hintergrund sind kein Schutt, sondern kompakter Fels – über mehrere Stufen wassergeschliffene Kalkbänke.
Der Pelmo zum Abschied
Fast unten: aus dem Lärchenwald noch ein letzter Blick zurück zum Pelmo, der die ganze Tour über Wache gehalten hat.