Warum "Sternzeit"?

Es gibt diesen Moment, wenn ich losfahre: Ich sitze hinter dem Steuer und für die nächsten Stunden, Tage oder manchmal auch Wochen gehört die Zeit nur mir. Der Alltag bleibt zurück, und was zählt, ist nur die Straße vor mir und irgendwo dahinter das Ziel – mal die Berge, mal das Meer. Genau dieses Gefühl von Freiheit – frei zu sein von allem, was mich sonst einschränkt, einfach da sein zu dürfen – das ist für mich Sternzeit. Und ich weiß sehr wohl, wie viel dafür zusammenkommen muss, gesundheitlich wie finanziell, um so unterwegs sein zu können – dafür bin ich dankbar, jedes Mal aufs Neue.

Der Name spielt bewusst mit zwei Bedeutungen. Zum einen ist da der Stern meines selbst ausgebauten Sprinters, mit dem ich unterwegs bin – wenn ich mich, im übertragenen Sinn, in meinen Stern setze, beginnt genau diese ganz eigene, kostbare Zeit. Zum anderen ist "Sternzeit" natürlich auch ein Gruß an meine Kindheit: die Zeitangabe aus Star Trek, mit der jede Logbuch-Eintragung begann, wenn die Enterprise zu neuen Welten aufbrach. Auch ich breche auf zu neuen Zielen – die Analogie zum Aufbruch und Entdecken hat sich bis heute gehalten.

Und dann ist da noch eine kleine Spielerei, die mir gefällt: Ein Tricorder muss auf der Enterprise nur kurz über einen Felsen gehalten werden, und schon weiß die Crew, um welches Gestein es sich handelt. Wenn ich in den Bergen unterwegs bin, mache ich im Grunde dasselbe, nur auf altmodische Weise – ich bleibe stehen, schaue mir eine Felswand an und versuche zu verstehen, was sie erzählt: welches Gestein das ist, wie es entstanden ist, was es über die Landschaft verrät. Kein Tricorder, aber die gleiche Neugier.

Das Projekt

Ende des Logbucheintrags