Ab hier ließ sich das Handy nicht mehr bedienen. Ein nasser Touchscreen reagiert nicht, und Trockenwischen war aussichtslos — jeder Fetzen war in Sekunden selbst durchnässt. So etwas hatte ich noch nie. Die fehlenden Fotos sind dabei das kleinere Problem; mit dem Handy war auch die Tourenapp weg, also genau die Navigation, die man braucht, wenn man bei Gewitter zügig aus dem Gelände will. Wie ich das künftig löse, muss ich mir noch überlegen.
Zur Wahl standen drei Abstiege. Der schnellste wäre über die Via Ferrata gegangen, bei Blitzschlag die schlechteste Variante davon — man hängt dort am Stahlseil. Blieben der Weg, den ich gehen wollte, und der deutlich größere Bogen nach links zur Hütte. Der Weg, den ich gehen wollte, war gesperrt: unterhalb vom Passo Bettega der Steig, der geradeaus hinunterzieht statt links zur Hütte abzubiegen. Auf den Karten trägt er keine Nummer und steht nur als gestrichelte Linie. Vor mir ein eindeutiges Sperrschild, und warum gesperrt wurde, stand nirgends.
Ich habe ihn trotzdem genommen — in der Annahme, es sei ein Felssturz oder eine Stelle, die schwieriger geworden ist und sich überklettern lässt.
Der Grund kam kurz darauf: Über den Fels liefen Bäche. Der Steig zieht streckenweise zwischen Felsen durch, und genau dort lief das Wasser, an Stellen, an denen bei trockenem Wetter nichts darauf hindeutet. Ein Stück bin ich mitten im Wasser abgestiegen. Die größte Stelle war ein Wasserfall von eineinhalb bis zwei Metern Breite quer über den Weg: dahinter kein Durchkommen, blieb nur außen vorbei, was seinerseits nicht ohne war. Warum der Steig gesperrt ist, war mir danach klar. Für mich war es trotzdem die richtige Entscheidung — nur weiß man das vorher eben nicht.
Geregnet und gewittert hat es bis kurz vors Auto.